WIMSHEIM. Unter dem Motto „Harmonika Total“ veranstaltete das Akkordeon Orchester Wimsheim einen musikalischen Unterhaltungsabend. Dabei wurden die Gäste auf eine musikalische Reise rund um den Globus geschickt. Auf der Bühne der Hagenschießhalle sorgte neben den verschiedenen Orchestern des Vereins auch einige Tänzerinnen der Ballettschule Uschi Fischer und das Mundharmonika-Orchester Knittlingen für beste Unterhaltung.
- Erster großer Auftritt -
WIMSHEIM. Die Akkordeon-Orchester und Ballett-Tänzerinnen sind von Mundharmonikern unterstützt worden. Von Alexander Walther
Wimsheim scheint ja eine Hochburg des Akkordeonspiels zu sein. Sogar ein Kooperationsorchester der Grundschulen Friolzheim und Wimsheim ist diesmal bei "Harmonika total" als reizvolle musikalische Abendunterhaltung in der voll besetzten Hagenschießhalle am Samstagabend präsentiert worden. Unter der inspirierenden Leitung von Maic Widmann ging das gut disponierte Akkordeon-Orchester Wimsheim sogleich bei Astor Piazzollas "Libertango" ganz aus sich heraus. Die thematischen Zusammenhänge wurden dabei von den Musikern präzise betont. Zudem boten die begabten Tänzerinnen der Ballettschule Uschi Fischer eine reizvolle Performance, die den rhythmischen Anforderungen dieser synkopenreichen Musik ausgezeichnet gerecht wurde.
Bei der "Tango-Fantasy" von Hans-Günther Kölz bestach ebenfalls die große harmonische Vielschichtigkeit. "The Lord of the Dance" zeigte in der rasanten Darbietung der Tänzerinnen den Kampf des Guten gegen das Böse, wobei ein Happy End nicht ausblieb und in geradezu enthusiastischer rhythmischer Ausgelassenheit endete. Das intonationssichere Jugendorchester unter der facettenreichen Leitung von Maic Widmann ließ die fantastischen Abenteuer des "kleinen Muck" traumwandlerisch und sphärenhaft zugleich Revue passieren.
Das sorgfältig einstudierte Kooperationsorchester der Grundschulen Friolzheim und Wimsheim bewies beim "Elefanten-Baby" von Alfons Holzschuh seinen wahrhaft erstaunlichen musikalischen Charakterisierungsreichtum. Der "Mambo Nr. 5" von Perez Prado in der subtilen Bearbeitung von Hans-Günther Kölz hatte es ebenfalls in sich, denn auch die lyrischen Bögen und Staccato-Akzente kamen hier gut zur Geltung. Hans Poseggas "Die Maus" im Arrangement von Thommy Reeg war eine witzige Hommage an die berühmte ARD-Sendung mit der Maus, die bereits ihr 40-Jahr-Jubiläum feiert. Im Rahmen einer "Lach- und Sachgeschichte" lief die Maus in der Hagenschießhalle sogar durch die Publikumsreihen.
Ein weiterer klangfarbenprächtiger Höhepunkt dieses großartigen Konzertabends war der mitreißende Auftritt des Mundharmonika-Orchesters Knittlingen unter der temperamentvollen Leitung von Manfred Dannecker. Bei "Weltmelodien im modernen Harmonikasound" von Klassik, Film, Musical, Oldies, Evergreens und Folklore ging richtig die Post ab. Und Manfred Dannecker hatte sein begeisterungsfähiges Ensemble voll im Griff. Die "Underberg"-Werbemelodie stimmte das Publikum gleich richtig ein. Nach einem fetzigen Trini-Lopez-Medley ("La Bamba") wurden dann die "Flower Power"-Höhepunkte der 70er Jahre beschworen. Man dachte automatisch an Ilja Richters "Disco"-Sendung. Die "San Francisco"- und "Massachusetts"-Hymnen steigerten noch Tempo und dynamische Kontraste in erheblichem Maße. Die Beatles meldeten sich mit "Ob-La-Di, Ob-La-Da" - und auch der von Queen Elizabeth geehrte Cliff Richard war mit Nummern im Stil von "Move it", "Congratulations" oder "Power to All Our Friends" zu hören. Die fetzige Hip-Hop-Polka von James Last hatte es mit Titeln wie "Anneliese, ach Anneliese" und "Rosamunde" ebenfalls in sich. Ein weiterer musikalischer Appetizer war "Out of Africa" als fulminante Erinnerung an die Fußball-WM des Jahres 2010. Viele Freundschaften seien damals entstanden, betonte der charmante Moderator Frank Walker.
Es war ein rundum erfrischender Konzertabend. Und auch für die kulinarischen Genüsse war reichlich gesorgt. Die elektrisierende Stimmung in der Halle griff rasch auf das gesamte Publikum über.