Berichte zum Frühjahrskonzert 2007

James Bond aus dem Akkordeon

Wimsheimer Orchester nutzte beim Frühjahrskonzert die Möglichkeiten der neuen Hagenschießhalle

WIMSHEIM. James Bond war Samstagabend in Wimsheim - jedenfalls in der Musik des Akkordeon-Orchesters. Mit der konzertanten "Suite" erklangen in der Hagenschießhalle die Bond-Erkennungsmelodie, die 1962 erstmals im Kino zu hören war, gefolgt von hinreißenden Tastenklängen in bester John-Barry- und Bill-Conti-Manier aus "Liebesgrüße aus Moskau", "In tödlicher Mission", und "Goldfinger".

Musikalische Höhenflüge
Dem seit 1968 bestehenden Akkordeon-Orchester ist die Welt des Heckengäus nicht genug. Sein Einzugsgebiet erstreckt sich bis hinüber nach Tiefenbronn. Beim ersten Konzert in der neuen Wimsheimer Halle habe man "den ganzen Gestaltungsspielraum ausgereizt, welchen uns diese herrliche Bauwerk bietet", so Vorstand Holger Söhnle. Das betraf vor allem die große Bühne. In der beengten Radsporthalle hatten sich die vier Orchester und Ensembles kaum voll entfalten können. Nicht zuletzt kommt der neue Raum der Vereinskasse zugute. Was die insgesamt 74 kleinen und großen Tastenkünstler boten, waren zwei Stunden lang musikalische Höhenflüge.

Zunächst griffen die Kleinsten in die Tasten, um die "Feierabendouvertüre" darzubieten. Da die Wimsheim erst Mitte März mit hohen Auszeichnungen von überregionalen Wettbewerb "6. Waldbronner Musikpreis" ins Heckengäu zurückgekommen waren, lag es nahe, diese erfolgreichen musikalischen Botschafterinnen mit ihren prämierten Vortragsstücken auch auf heimischer Bühne brillieren zu lassen. Die Friolzheimerin Marica Bauer zum Beispiel, deren Volksliedvariationen ihr die Bestnote "hervorragend" eingebracht hatten. Das in der Altersgruppe 14 bis 15 Jahre spielende Duo Juliane Lauser (Wimsheim) und Hanna Bellezer (Tiefenbronn) war in Waldbronn zum "tagesbesten Duo" gekürt worden. Eine Bestnote hatte auch Simona Bauer (Friolzheim) mit "Walzer" und "Scherzo" aus ihrem Brehme-Vortragsstück "Suite opus 40" erspielt. Warum sie dabei großen Abstand zwischen sich und die Zweitplatzierte gelegt hatte, davon konnten sich die Wimsheim jetzt selbst überzeugen.

Auf der Erfolgswelle der Akkordeonmusik im Heckengäu/Biet schwimmt auch das Jugendorchester mit. Nach dem fantasievollen Auftakt des "Schülerensembles" mit "Ferienbilder" und "Day Dream", lief der musikalische Nachwuchs bei "Inmortal" und den mehrsätzigen "Hegaubildern" zu großer Form auf. Das erste Orchester zeigte, dann, dass nicht nur James-Bond-Fans in ihren Reihen sitzen. Musicalszenen aus "Belle of the Ball" leiteten über zum präzise intonierten "Morricone Spezial" mit "Spiel mir das Lied vom Tod", alles gekrönt von entfesselten Tastenspielern mit der Musik Elton Johns.
Dieser Artikel, der von Siegfried Hörner verfasst wurde, erschien am 26.04.2007 in der Pforzheimer Zeitung.

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